Über Rotary
Der Rotary Club (RC) ist ein Wohltätigkeitsclub, in dem sich vornehmlich führende Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Gesellschaft zusammengeschlossen haben. Der Begriff Rotary leitet sich ursprünglich vom wöchentlich wechselnden Treffpunkt der Mitglieder ab. Heute ist der jährliche Wechsel (Rotation) der meisten Ämter prägend für den Begriff Rotary.
Die mittlerweile über 100-jährige Idee hinter dem Rotary Club würde man heute als sozial engagiertes Netzwerk höherer Gesellschaftsschichten bezeichnen (das Rotary-Verfahrenshandbuch 2001 beschreibt eine „Weltgemeinschaft von Berufsleuten“), das sich die Hilfe für andere Menschen und weltweite Verständigung auf die Fahnen geschrieben hat. Eine „verantwortungsbewusste private, geschäftliche und öffentliche Betätigung“ soll auf Basis „hoher ethischer Grundlagen“ gefördert werden. Der Wahlspruch der Rotarier lautet: „Selbstloses Dienen“ (Service above self), was erfahrene Mitglieder wie folgt umschreiben: „Rotary ist, was wir für andere und unsere Freundschaft tun“. In jedem echten Verein oder Club hilft man sich gegenseitig. Das ist unter Freunden selbstverständlich und gilt auch für Rotary. Im eigenen Club Werbung für sich oder seine Firma zu machen ist jedoch verpönt.
Das Ziel von Rotary besteht darin, das Ideal des Dienens als Grundlage des Geschäfts und Berufslebens zu fördern, indem seine Mitglieder:
- Freundschaftliche Beziehungen entwickeln, um sich anderen nützlich zu erweisen.
- Hohe ethische Grundsätze im Geschäfts und Berufsleben verwirklichen, den Wert jeder nützlichen Tätigkeit anerkennen und die berufliche Tätigkeit jedes Rotariers als Möglichkeit zum Dienst an der Gesellschaft würdigen.
- Das Dienstideal in der privaten, beruflichen und öffentlichen Tätigkeit jedes Rotariers verwirklichen.
- Völkerverständigung und Frieden durch eine im Ideal des Dienens vereinte Weltgemeinschaft aus beruflich erfolgreichen Frauen und Männern zu fördern.
Unbestritten verfolgt der Rotary Club wohltätige Zwecke.
Struktur
Rotary besteht an der Basis aus einzelnen- lokalen oder regionalen- Clubs. Jeweils ungefähr 50 bis 100 Clubs sind zu einem sogenannten Distrikt zusammengefasst, die Distrikte wiederum in weltweit 34 Zonen organisiert. An der Spitze eines Distrikts steht der jeweils für ein Jahr gewählte Governor, der während seiner Amtszeit Mitglied im Governorrat des Landes ist. Dieser stellt das Bindeglied zwischen dem Hauptsitz von Rotary International und dem einzelnen Club dar.
In Deutschland sind etwa 43.500 Mitglieder in 881 Clubs in 14 Distrikten organisiert. In der Schweiz und Liechtenstein gibt es drei Distrikte mit 206 Clubs und ca. 11.400 Mitgliedern. Österreich ist in zwei Distrikte geteilt, wobei der östliche Distrikt als Besonderheit Österreich, Ungarn, Slowenien, Bosnien und Kroatien umfasst. Zusammen bestehen beide Distrikte aus 208 Clubs mit etwa 8.500 Mitgliedern.
Die Mitgliedschaft in Rotary-Clubs war bis 1989 nur Männern vorbehalten. Es hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis die Aufnahme von Frauen möglich wurde. Weltweit waren Mitte 2003 von insgesamt 31.256 Rotary Clubs bereits 21.554 gemischte Clubs, was einem Anteil von 69 Prozent entspricht. Deutschland zählte 23 Prozent gemischte Clubs. In der Schweiz und Liechtenstein waren Ende Februar 2006 von den 11.421 Mitgliedern 669 Frauen (5,9 Prozent). Mehr als die Hälfte aller 206 Clubs haben bereits weibliche Mitglieder.
Um das Ziel einer „Gemeinschaft von Berufsleuten“ zu erreichen, strebt Rotary danach, möglichst viele qualifizierte Berufskräfte zu umfassen. Aus diesem Grund sind pro Club höchstens fünf Angehörige derselben Berufsklasse zugelassen. Bestimmte häufige Berufsklassen, wie z.B. Anwälte oder Ärzte, werden daher bedarfsweise verfeinert, um weitere Mitglieder aufnehmen zu können.
Aufnahme und Mitgliedschaft
Man kann einem Rotary-Club nicht direkt beitreten, sondern muss von zwei Mitgliedern zur Aufnahme vorgeschlagen werden. Ein Kandidat wird in den Club aufgenommen, wenn die Clubmitglieder keinen berechtigten Einspruch dagegen erheben und er die Mitgliedschaft nicht selbst ablehnt. Diese Art der Mitglieder-Rekrutierung verleiht dem Club durch Abgrenzung gegen die Allgemeinbevölkerung eine elitäre Struktur und lässt unter seinen Mitgliedern ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen. Nach Ansicht der Rotarier werden so die besten Kräfte einer Region für ihre Gemeinschaft gewonnen.
Ein Rotary-Club trifft sich in der Regel wöchentlich in seinem Clublokal. Von den Mitgliedern wird erwartet, dass sie nach Möglichkeit 50 Prozent aller Anlässe besuchen. In diesem Sinn gibt es eine Präsenzpflicht. Sie gilt als Voraussetzung für den Zusammenhalt im Club. „Leere Stühle schaffen keine Freundschaft!“. Mitglieder, die beruflich stark eingespannt sind und nicht zu jedem Anlass kommen können, stoßen auf Verständnis. Wichtig ist, dass sie immer wieder „rotarische“ Zeichen geben, zum Beispiel bei gemeinsamen Aktivitäten. Üblicherweise werden bei den wöchentlichen Zusammenkünften Vorträge zu aktuellen Themen oder aus dem speziellen Berufsfeld eines Mitglieds gehalten. Es wird von jedem Rotarier erwartet, dass er sich an diesem Vortragswesen aktiv beteiligt.
Die Berufsvielfalt in den Clubs und deren Autonomie (im Rahmen der Verfassung und Satzung von Rotary International) gehört nach Aussagen der Rotarier zu den Hauptgründen für den Fortbestand und Erfolg ihrer Organisation.
(Quelle: www.wikipedia.de)
